Mit dem 2CV Barbot auf der Rennbahn in Monthléry – Teil 2

Da standen wir nun am Start zwischen Porsche, Voisin, Jaguar, Ferrari, Amilcar u.s.w. Wir hatten sicher mit Abstand den kleinsten Motor unter der Haube. Im Barbot ist schliesslich nur der kleine 425ccm Motor drin. START! Die Motoren wurden laut und los gings. Im Barbot halt gemütlicher als beispielsweise im Ferrari GTO welcher ich nur kurz im Rückspiegel sah, dann war er schon vor uns. Die Rennstrecke von Monthléry ist abwechslungsreich. Steilwandkurven im Wechsel mit Schikanen, Geraden und engen Kurven. Eine Runde beträgt 3,5km. Früher war die Rennbahn noch um einiges länger, aber heute kann man froh sein, dass diese überhaupt noch existiert. Die Rennbahn mit ihren imposanten Steilwandkurven wurde 1924 gebaut und ist die älteste von Frankreich. Seit 2004 dürfen auf dieser Piste keine offiziellen Rennen mehr gefahren werden. Nur dank dem Engagement bekannter Rennfahrer konnte der Abriss dieser geschichtsträchtigen Kurven verhindert werden. Bis vor dem 2. Weltkrieg wurden über 80% aller Automobil Weltrekorde in Monthléry gemacht. Die meisten durch YACCO!

L’huile des recordes du monde: YACCO wie Citroen schon 1919 gegründet, geht diese aus dem Umfeld der Firma Hispano Suiza hervor…

Doch diese interessante Firmengeschichte muss ein anderes Mal erzählt werden. Zurück auf die Rennbahn: Natürlich wurden wir laufend überholt und nur sehr selten schafften auch wir es mal zu überholen. Trotzdem, der Barbot machte sich richtig gut auf dieser Strecke. Vor allem die Kurven und die Steilwand Kurven waren sein Ding! Dank seiner tiefen Bodenfreiheit und seiner sensationellen Kurvenlage, konnten wir wenigstens in den engen Schikanen Punkten. Man merkte, dass dieses Auto speziell für diese Rennstrecke geschaffen wurde und darauf zu fahren machte mir mit jeder Runde mehr Spass. Nach 4 Runden war dann unser erster Durchgang abgeschlossen.

Zwischen den Rennen konnten wir uns in den Rennställen, der zum Teil sehr bekannten Fahrer wie David Piper, umschauen. Die alten Piloten liessen es sich nicht nehmen da selber Hand anzulegen und an ihren Boliden zu schrauben. Für mich war das sehr interessant, so nah kommt man bei der Formel1 nie an Piloten und Autos ran.

Am Abend waren wir zum Gala Diner eingeladen. Dieses fand in einem grossen Zirkuszelt in Mitten der Rennbahn statt. Ich kenne mich zwar in dieser Szene nicht so gut aus, aber gewisse, der anwesenden Fahrer waren auch mir ein Begriff: Bob Neyrt (Citroen DS Rally Monte Carlo) Bruno Saby (R5 Turbo, Lancia Delta, Peugeot 205 Turbo) David Piper (Ferrari), Sebastian Loeb (Peugeot…). Einige von ihnen wurden im Verlauf des Abends Vorgestellt und erzählten von ihren Erinnerungen an diese Rennstrecke Linas Monthléry. Wir waren an einem Tisch mit den Yacco Leuten und das Essen war sehr fein. Bis spät in die Nacht drehten draussen noch Gruppe B Fahrer mit ihren Peugeot 205 und R5 Turbo ihre Runden.

Am nächsten Tag standen wieder mehrere Vintage Rennen auf dem Programm. Wir machten aber nicht mehr bei allen mit, da wir bei Zeiten die Rückreise antreten wollten.

Wie angekündigt besuchte uns auch noch der bekannte Rennfahrer Jean Vinatier am YACCO Stand. Heute ist er 84 jährig und hat damals mit dem 2CV Barbot die Rekorde und 24 Stunden Rennen in Monthléry gefahren. Mittlerweile hatte sich noch ein weiterer 2CV Barbot am Yacco-Stand eingefunden. Die beiden 2CV wurden vom Rekordfahrer genau begutachtet. Er erzählte mir auch noch ein paar Anekdoten welche er mit seinem Vater und M. Barbot erlebt hatte.

Am Sonntag gab es deutlich mehr Besucher und Zuschauer neben der Rennstrecke. Ein Spaziergang durch den Besucher Parkplatz, welcher extra für alte Autos reserviert war, durfte nicht fehlen. Da gab es natürlich auch einige 2CV neben anderen Old- und Youngtimern.
Auch das letzte Rennen welches ich mit einem Yacco Mitarbeiter als Beifahrer machte, verlief ohne Zwischenfälle. Danach mussten wir Abschied nehmen. Die Leute von Yacco schenkten mir ein schönes Buch zur Geschichte der Firma. Ein Blechschild, viele Aufkleber und ein leeres YACCO Fass zur Garagen Deko in Büren, musste auch noch mit.

Die Heimfahrt mit Uebernachtung in St. Desert im Burgund verlief ohne Zwischenfälle. Das ganze Wochenende war einfach toll! Ein Grosses Dankeschön an Rolf und an die Firma YACCO welche dieses Abenteuer ermöglichten. Kann gut sein, dass wir von Yacco wieder eingeladen werden, vielleicht zum 100jährigen Jubiläum, und ich bin wieder dabei, wer weiss…

Author Marc

Dieses Video ist sehr sehenswert, aber eben auch absolut riesenhaft (720MB!). Also bitte Geduld bis die Daten geladen sind. Ein WLAN-Zugang empfiehlt sich! Für die wahren Motorsportfans unter uns gibt’s zusätzlich die volle Dröhnung auf unserem Media-Pool. Insgesamt 416 Fotos und 34 Videos 🙂

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