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Herbstausflug 18

Bei strahlendem Herbstwetter versammelten wir uns auf dem Parkplatz bei der Kirche Köniz. 12 Autos waren es schliesslich. Rolf kam mit seinem Hippie-E-Mehari, weil ihn die Bremsen seines Döschwos im Stich liessen. Und auch sein Barbot nicht korrekt bremsen wollte. Schade, aber man kann das auch positiv sehen. So hatten wir schliesslich auch ein topaktuelles Spassmobil von Citroën dabei! Als letzter brausten Hausi und Muriel mit einem unbekannten, auffällig roten Döschwo auf den Platz. Ich dachte erst an Henry, als er auftauchte. Der Wagen bleibt ein Rätsel. Die zahlreichen Fragen nach seiner Herkunft quittierte Hausi standhaft mit einem feinen Lächeln und wissendem Stillschweigen.

Kurz nach 9 Uhr war Abfahrt. Ich setzte mich an die Spitze der Kolonne und führte sie über Oberscherli, Niedermuhlern, Bütschelgschneit Richtung Rüeggisberg. Kurz vor dem Ort bogen wir rechts ab auf den Rücken zwischen Vorder- und Hinterfultigen.

Diese Strasse, döschwogerecht schmal, verwöhnt mit Serpentinen, lauschigen Waldpassagen und einer phänomenalen Aussicht. Diese genossen wir auf einem kurzen Zwischenhalt, bevor wir in den Rossgraben  hinunterstachen. Dabei wurden wir an, an geeigneter Stelle, von Monika und Marcel fotografiert und gefilmt.

Nach der Brücke über die Sense steigt die Strasse durch dunkle Wälder bis nach Elisried. Und damit auch zu unserem Ziel, dem Depot des Museums für Kommunikation, untergebracht in den Gebäulichkeiten des ehemaligen Kurzwellensenders Schwarzenburg.

Wir wurden von Herrn Tim Hellstern empfangen. Er ist als Konservator-Restaurator zuständig für die weit über hunderttausend Objekte des Depots. Diese reichen von alltäglichen Kommunikationsmitteln wie Telefon, Radio und TV über Schreibmaschine, Computer und Werbeträger aller Art bis hin zu Postkutschen, Postautos und Verteilfahrzeugen der Brief und Paketpost. Die PTT war denn auch seinerzeit die Initiatorin der umfassenden Sammlung.

Herr Hellstern erklärte uns den gewaltigen Fundus mit viel Enthusiasmus und Fachwissen. Er wusste gekonnt mancherlei lustige Anektode und umfassendes Hintergrundwissen in seinen Vortrag einzuweben. Trotzdem wurden es für einige von uns, speziell für die Kinder, ein langer Besuch. Und hier und da machten sich sicher auch Hunger und Durst bemerkbar.

Schliesslich brachen wir auf Richtung Mittagessen in Lanzenhäusern. Dort, genauer in der Werkstatt der Oil Junkies, wartete man mit einer schönen Feuerschale auf unsere mitgeführten Wurst- und Fleischwaren. Vorher hatte ich aber noch eine kleine Spezialprüfung eingebaut. Wir nahmen den Weg über die bei Hochzeitern beliebte Wahlernkirche nach Lanzenhäusern. Kirchen stehen bekanntlich immer sehr nahe zu Gott und dem Himmel. Der Weg dahin ist meist steinig und mühselig. Unser Weg jedenfalls führte mit schätzungsweise knapp 15% Steigung dem Himmel entgegen. Diese besondere Prüfung führte zu einem ordentlichen Test der Kupplung, des ersten Ganges und der Fahrer unserer Boliden. Halleluja, sie haben alle bestanden!

Wie gesagt, erwarteten uns danach die Oiljunkies in Person von Pascale und René zum Mittagessen. Die Glut war perfekt, meine Züpfe vom Bauerhof ebenfalls und Pascale ergänzte das Angebot mit einem feinen Salat. Bald schmausten alle an den langen Tischen vor der Werkstatt.

Ruth mit ihrem gelben Döschwo (ein neues Clubmitglied!), eine Familie mit einem hellblauen R4 und mein Bruder David mit unserem Ford Pickup von 1939 gesellten sich hier zu uns. Lebhafte Gespräche entstanden. Die Kinder spielten fröhlich und Stephan hisste unsere Fahne. Stolz flatterte sie an ihrer neuen, unglaublichen Fahnenstange (Danke Stephan!) im Wind und der Tag schien mit Friede, Freude und Eierkuchen gelaufen.

Aber oha lätz, wir hatten die Rechnung ohne den Wirt, resp. die Kinder und Hunde gemacht. Die wollten verdauen, sich bewegen. Und das am liebsten in der Sense, wie eigentlich vorgesehen. Das bedeutete ultimativ – verabschieden von unseren netten Gastgebern, in unsere Döschis steigen und das Tobel runter in die Ruchmühli, ein beliebter Brätelplatz an der Senses. Dort waren es Housi mit seinem Enzo, welche mit einem beeindruckenden Homerun in die kalte Sense buchstäblich das Eis brachen. Danach fanden die meisten ihre Badehose im Gepäck und gönnten sich das zweifelhafte, nasse Vergnügen. Ich zog es vor, mich an einer Flasche Bier zu halten und in der warmen Abendsonne das wüste Treiben aus gebührendem Abstand zu verfolgen. Völlig relaxed, wenn sich da nur nicht die pflotschnasse Nicole von hinten angeschlichen hätte…

Schliesslich verabschiedete sich die Sonne aus der engen Schlucht. Kalte Schatten stiegen langsam in die Höhe, griffen nach den Felsen, der Wärme, dem Licht. Wir verabschiedeten uns ebenfalls. Ein schöner Tag ging zu Ende, ein Tag voller Erlebnisse, Freundschaft und Lebensfreude.

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